Neujahrsempfang 2010

Brustkrebstherapie – gemeinsame Verantwortung

„Ich komme gerne, weil ich ein herzliches Dankeschön sagen will für Ihre Arbeit“, lobt
Karl-Josef Laumann, Landesminister für Gesundheit,  vor 457 Gästen die ehrenamtliche Arbeit der „Revierinitiative“.  Er sei davon überzeugt, dass die Selbsthilfe neben einer qualitativ guten medizinischen Betreuung der Patienten ein unverzichtbarer Bestandteil des
Gesundheitssystems sei.

Der Minister hob die überdurchschnittlich gute Versorgungsqualität von Brustkrebs-
patientinnen in NRW hervor. „Durch die Konzentration und die Bündelung von Experten in Brustzentren haben wir mehr Qualität in Diagnostik und Behandlung erreicht.“ Noch 2005
hätten 250 Krankhäuser in NRW Brustkrebs therapiert. „Ich werde Brustzentren schließen,
die nicht alle erforderlichen Qualifikationskriterien erbringen,  damit wir diese Qualität erhalten und verbessern können“, so die dezidierte Aussage des Landesgesundheitsministers.

Eine Qualitätsverbesserung in der Brustkrebstherapie bestätigte die Vorsitzende der „Revierinitiative“ Barbara Kols-Teichmann aus Patientensicht. Allein das Schild an der Tür
bürge aber nicht schon für eine optimale Behandlung. Denn jedes Brustzentrum sei immer
nur so gut wie die Menschen, die dort arbeiten und vor allem, wie sie dort zusammenarbeiten. „Gelebte Interdisziplinarität, sie ist es, die unsere Heilungschancen merklich verbessert“, so
die Krebspatientin (Rede).  

Der Krankheitsverlauf hängt auch für Dr. Abdallah Abdallah, Chefarzt der Klinik für Senologie, entscheidend davon ab, in wessen Hände sich die Patientin begibt und ob die verschiedenen Spezialisten sich von Anfang an bei Therapieentscheidungen beraten. Er stützt seine
Aussage auf eine Münchener Studie. „Darüber hinaus muss jede Klinik, jede Abteilung eingebettet sein in ein Versorgungsnetzwerk Brustkrebs“, so der erfahrene Krebsarzt, der
allein im letzen Jahr 531 Mal die Diagnose Brustkrebs stellte.  Jede Säule dieses Netzwerkes von der Diagnose, über die Therapie bis zur Nachsorge könne den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität der Patientin positiv beeinflussen (Rede).


Die Einführung von Brustzentren in NRW, die unterschiedliche Behandlungsqualität dieser Zentren und deren regionale Vernetzung ist auch Mittelpunkt der Diskussion mit Minister Laumann sowie Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenhäuser, der AOK und der kassenärztlichen Vereinigung. Sie wurde fachkundig von der WAZ-Journalistin Petra Koruhn moderiert. 

Die Vorsitzende Kols-Teichmann dankt Minister Laumann noch einmal herzlich dafür, dass
er trotz des üblichen Empfangsmarathons zum Jahresanfang nach Gelsenkirchen gekommen ist.

Bei Sekt, Suppe und den Klängen der „Friends of Dixieland“ diskutierten die Gäste des Neujahrsempfangs noch weit in den Nachmittag hinein. Der Vorstand dankt allen, die zum Gelingen des Neujahrsempfangs 2010 beigetragen haben.